Ich bin eben nach Hause gekommen und während ich so mein Wochenende Revue passieren lasse denk ich mir 'schreib's auf', vielleicht interessiert es ja doch den ein oder anderen....
Am Samstag Morgen gegen 3:30 Uhr klingelte mein Wecker. Wie lange hab ich auf diesen Tag gewartet. Heut Abend ist Genderparty in Dresden! Mit Birgit, Sabrina + Frau hatten wir dort ein Apartment gemietet. Dresden? Das sind ja gleich mal über 500 km! Ich bin sehr gut vorbereitet, habe ein Flugticket und den Mut das erste Mal als Frau ein Flugzeug zu besteigen. Gegen 4:20 fing ich an mich zu schminken, nicht zu extrem auffällig, aber dennoch stark genug um meine männlichen Gesichtszüge zu verdecken. Gegen 5 Uhr war ich fertig gestylt und umgezogen. Eine Schlagjeans, Shirt, Weste und Stiefel hab ich mir als Outfit ausgewählt, Man(n) muss ja nicht unbedingt mehr auffallen als nötig. Gegen 5:20 Uhr fuhr mich meine Frau zum Kölner Flughafen. Ich würde lügen wenn ich sagte ich wäre nicht aufgeregt gewesen. Am Flughafen angekommen, Auto ausgepackt dann der Weg zur Drehtür des Flughafengebäudes ...... Ein Zurück gibt es nun nicht mehr. Es sind nicht gerade wenige Menschen im der Halle, viele habe mit sich selbst zu tun, einige schauen zum Eingang 'Jetzt bloss nicht stolpern' dachte ich. Gelassen liefen wir zum Schalter und geben den Koffer auf - der Check In Beamte verzog keine Miene als er in meinen Ausweis schaute und meine tiefe Stimme sagen hörte das es sich nur um ein Gepäckstück handelt. Gut, dachte ich, der Anfang ist gemacht. Dann meinte er nur das meine Maschine wohl Verspätung, nicht wie geplant 7:10 sondern gegen 9 Uhr würde sie abfliegen. Toll dachte ich, es war warm im Gebäude und mein Make Up bedurfte nach einiger Zeit einer Auffrischung. Irgendwie war die Aufregung inzwischen abgeklungen und ich ging Richtung Toilette, an einem Bistro vorbei, um meine Schminke vorm Spiegel etwas aufzubessern. Meine Frau wartete draussen. Als ich wieder zurück kam meinte meine Frau zu mir 'Da ist doch tatsächlich eben eine Frau von Ihrem Tisch aufgestanden, dir nachgelaufen nur um zu sehen ob du die Damentoilette aufgesucht hast'. Ich fands irgendwie lustig, anderseits war mir von vornherein klar das ich auffallen würde, meine wilde Lockenmähne (mein Markenzeichen *lächel*) ist nun mal alles andere als unscheinbar.
Ich verabschiedete gegen 8:30 mein Frauchen und ging durch die Zollkontrolle. Dann kam das Kontrolltor - als ich hindurch lief ertönte ein Warnsignal. Ich wusste, mein Nietengürtel würde sicher Alarm schlagen. Dann passierte mir etwas bisher unbekanntes - ich wurde von einer Genzschutzbeamtin! etwas genauer durchsucht. Aber Fehlanzeige - es war nur der Gürtel. Die Hürde war genommen und von staatlicher Seite wurde ich also als Frau angesehen.
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Gegen 9:30 Uhr hob dann endlich mein Flieger ab. Mir kam es so vor als hätte während der 3 1/2 stündigen Wartezeit am Flughafen 99% der Fluggäste mitbekommen das ich etwas anders bin. Die Blicke die mich streiften waren deutlich spürbar, teilweise ignorierte ich es, anderseits schaute ich einigen Mitmenschen tief in die Augen, was bei einigen etwas Nervosität hervor rief. Ich genoss es. *smile* |
In der Mitte des
Flugzeuges hatte ich
einen
Fensterplatz ergattert, die Plätze neben mir belegte eine Frau
mit
ihrer männlichen Begleitung. Es muss so nach einer guten
viertel
Stunde
gewesen sein als ich sie fragte ob sie von mir ein Foto machen
könne.
Schliesslich kamen wir ins Gespräch und unterhielten uns
supernett
bis die Maschine in Dresden aufsetzte. Meine Visitenkarte sollte ihr
noch
den Weg zu dieser Seite zeigen, vielleicht liest sie ja gerade diese
Zeilen,
wer weiß.
Achja, die Rechnung
für meinen
wärend
des Fluges getrunkenen Prosecco hat der nette Stuard
übernommen -
Danke nochmal! Er war sichtlich begeistert mal eine Transe an seinem
Arbeitplatz
zu sehen.
Nachdem ich meinen Koffer abgeholt hatte führte mich mein nächster Weg zur Autovermietung. Ich hatte bereits im Vorfeld einen Wagen auf meinen männlichen Namen reserviert. Der Vermieter behandelte mich freundlich, selbst ein Foto von mir machte er noch kurzerhand über die Theke.

Gegen 11 Uhr fuhr ich
dann los nach
Bannewitz
wo sich unser gemeinsames Domizil befand. Meine 3 Mitbewohnerinnen
waren
schon einen Tag früher angereist und warteten auf mich. Nach
einer
etwa einstündigen Autofahrt durch das Verkehrschaos des
Dresdener
Weihnachtsverkehrs parkte ich meinen gemieteten IVer Golf Diesel vor
dem
Gasthaus ein. Birgit holte mich direkt ab und zeigte mir das Zimmer.
Gegen
13 Uhr war eigentlich im Rahmenprogramm des Transgenderweekend ein
Besuch
des Dresdener Weihnachtsmarktes geplant, der aber aus mir nicht so ganz
nachvollziehbaren Gründen auf morgens 10 Uhr verlegt wurde so
das
sich das für uns erledigt hatte. Also nutzten wir die Zeit um
wiedermal
zu klönen. Der Nachmittag verging wie im Flug und nach einem
kurzen
Besuch in einem amerikanischen Restaurant (Mc Doof *gg*) sollte es an
der
Zeit gewesen sein uns für die Party herzurichten. Als wir
unser
Apartment
betraten stimmte irgendwas nicht, die Tür war nicht
abgeschlossen.
Auf dem Bett lag ein Kleid, eine Perücke und ein Koffer
stand
ebenfalls in unserem Zimmer. HIER STIMMT WAS NICHT! Seltsam! Wer sollte
das sein? Plötzlich öffnete sich die Tür und
ein junger
Mann kam aus dem Badezimmer. Wir schauten uns an, er war ziemlich
aufgedreht
und fing an es zu erklären. Es stellte sich nach einigen hin
und
her
heraus das es eine Fehlbuchung gegeben hat und das Hotel
überbucht
war. Caroline, so der weibliche Name unseres "blinden Passagiers",
wurde
dann ausquartiert und musste noch einiges über sich ergehen
lassen
um endlich ein Zimmer zu finden.
Gegen 18:30 Uhr waren wir
fertig geschminkt,
19:30 sollte uns dann ein Einsatzfahrer am Hotel abholen. Also war noch
Zeit für ein Bierchen im Restaurant. Als der Kleinbus dann
schon
gegen
19:20 vor der Nase wegfuhr erklärte sich eine Hotelangestellte
bereit
uns zu dem Schloss zu bringen wo die Party statt fand. Wir wurden
persönlich
vom "Reichsgraf von Brühl" begrüßt und zu
einem Glas
Sekt
eingeladen. Die Party fand auf 2 Ebenen statt, im Erdgeschoss wurden
die
Showdarbietungen präsentiert und ausgiebig getanzt, im
Obergeschoss
waren Tische mit Sitzmöglichkeiten wo man sich in aller Ruhe
unterhalten
konnte. Leider war oben Rauchverbot was Birgit und mich veranlasste
"alle
Pfurz nasenlang" die schmale Wendeltreppe in unseren Ballkleidern zu
passieren
um unserem Laster im EG zu frönen. Zwischendurch wurde auch
das
Buffet
eröffnet wo sich die Gäste den ein oder anderen Snack
gönnten.
Es waren sehr viele mir bekannte Gesichter auf der Party, es wurden
also
ausgelassen geklönt, gefeiert und neue Bekanntschaften
geschlossen.
Die folgenden Bilder sollten für sich sprechen.
Noch ein Foto im
Gasthof - dann ging es
los
...im Schloss
angekommen erstmal
"Stellung"
bezogen :-)
Sabrina im tollen
Ballkleid mit ihrem
Frauchen
Birgit und ich - 2
Ballroben
Hier mit Sabsi -
tolles Kleid!!
ENDLICH! DA IST ES!
Alle drei zusammen!
Ein Graf &
seine Grazien *smile*
...stets zu Diensten...
...sie haben gut
Lachen - Denise und
Birgit
Es ist nicht gerade
einfach ein
vernünftiges
Foto von uns beiden zu machen.....*grins*
Elli, irgendwann klappt's mal,
gelle!
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.....zu
später Stunde
Caroline wieder Happy -
Die Probleme mit dem Zimmer
sind
Vergangenheit!
aus ritterlichen
Zeiten - die steinerne
Wendeltreppe
Keine Party ohne
Jeanette!
Trinchen, die
amtierende Miss Changeable!
unser Trinchen - ein
Wirbelwind mit
Sexappeal
*grins*
Elegant - Susi's
Seitenprofil
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Gegen 2:30 Uhr war
für uns die Party
dann vorbei, mit einem Kleinbus wurden wir wieder zu unserer Pension
gefahren.
nachdem wir uns abgeschminkt hatten und noch etwas geplaudert haben
löschte
sich gegen 4:15 Uhr das Licht.
90 Minuten später
wurde ich von einem
kreischenden piepen aus dem Schlaf gerissen, ja, meine Nacht sollte
hier
ein Ende haben. Mein Rückflug ging um 8:40 Uhr, ich musste
mich
beeilen
um Frühstück, erneutes Schminken, Fahrt zum Flughafen
und den
Mietwagen zurückzugeben unter einen Hut zu bringen.
Völlig
erschöpft
von letzten Stunden saß ich nach dem Einchecken in der
Abflughalle.
Die Zollbeamten und die Angestellten von der Gepäckabfertigung
nahmen
von mir wenig Notiz oder taten zumindest so als wäre es an der
Tagesordnung
das da eine übernächtigte Transe eincheckt. Ein
Cappuchino
verhalf
mir die nächsten Minuten zu überbrücken bis
ich im
Flugzeug
meinen Fensterplatz und die beiden freien Plätze daneben
beanspruchen
konnte. In Reiseflughöhe genoss ich nochmal einen Prosecco und
lies
das erlebte nochmal wie einen Film vor mir abspielen. Nach einem 45
minütigen
Flug landete die Maschine in Köln, mein Frauchen holte mich am
Terminal
ab und gegen 11 Uhr waren wir wieder hier bei uns zu Hause. Die
vergangenen
30 Stunden werde ich in wirklich guter Erinnerung behalten.
Ich bin völlig fertig!
Für mich war es wiedermal ein großer Schritt in Richtung Öffentlichkeit. Was mich um so stärker macht ist, ich konnte einer beachtlichen Menge von Menschen zeigen das auch eine nicht ganz unauffällige Transe einen festen Platz in in unserer Gesellschaft einnimmt!
Nun stellt sich mir die Frage 'War es ein Abenteuer oder einfach nur gewöhnlicher Transenalltag?' Egal! Sicher wird es eine Fortsetzung geben!